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Netflix‘ „Night Stalker“: Eine atemberaubende Jagd

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© Netflix

Netflix Doku Review „ Night Stalker – Auf der Jagd nach einem Serienmörder“ eine True-Crime-Doku über den Serienmörder Richard Ramirez (mehr auf Wiki).

Von Paul Wiemer

 

Es entbehrt nicht einer gewissen Faszination, wenn man sich in der Streamingwelt im Februar 2021 umschaut. Ein Genre, das mehr in den Vordergrund rückt, sind Dokumentationen. Egal ob Amazon Prime, Netflix oder Disney +. Und es liegt auf der Hand: Dokumentationen lassen uns im besten Fall Geschichte hautnah miterleben. Da muss sich niemand etwas ausdenken oder an den Haaren herbeiziehen. Tricky: Das real Geschehene gilt es bestmöglich widerzugeben.

 

Eine Dokumentation, die mir aufgefallen ist, ist „Night Stalker – Auf der Jagd nach einem Serienmörder“ auf Netflix – eine True-Crime-Doku über den Serienmörder Richard Ramirez.

Netfilx Doku „Night Stalker – Auf der Jagd nach einem Serienmörder“ auf Netflix – eine True-Crime-Doku über den Serienmörder Richard Ramirez.
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Worum geht es? Im Los Angeles der flippigen 80er sorgen eine Handvoll brutaler Morde für Aufsehen. Die boomende Metropole in Kalifornien ist geschockt und besorgt, die Bevölkerung gerät in Angst und Schrecken.

 

Der „Walk-In-Killer“, wie der „Night Stalker“ zu Beginn seiner grauenvollen Karriere von einer Zeitung genannt wird, scheint nachts wahllos in die Häuser seiner Opfer einzusteigen, um sie zu ermorden. Oder sagen wir besser: abzuschlachten. Niemand weiß zu diesem Zeitpunkt, wo und wie brutal er als nächstes zuschlagen wird.

 

Das Perfide daran: Auch vor Kindern macht der Killer nicht halt. Er entführt sie und missbraucht sie. Eines seiner jungen Opfer lässt er nach er einem schrecklichen Martyrium wieder frei. Die heute erwachsene Frau erinnert sich in der Doku  an das, was ihr passiert ist. Man kann sich nur mit Grauen vorstellen, was sie durchgemacht haben muss.

 

Aber wo Verbrechen geschehen, da muss es doch auch verdammte Helden geben! Und was wäre besser, als für die Ermittlungen einen Rookie und einen alten Haudegen zusammen zu werfen (fast wie im Film, oder?)?

 

Detective Gill Carrilo hat erst ein paar Jahre Straßeneinsatz als Polizist hinter sich. Und er bewundert die höher gestellten Ermittler. „One day, i wanna be one of these Guys“, sagt er in der Serie, „Eines Tages möchte ich einer dieser Kerle sein.“. Besonders himmelt er sein Idol, Detective Frank Salerno, an. Und der besagte Tag kommt. Gill wird von Frank zum Essen abgeholt – der Beginn ihrer Partnerschaft. Der junge Cop kann nicht glauben, dass er von nun an mit Frank Salerno zusammenarbeiten wird.

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Frank Salerno war zu diesem Zeitpunkt ein Super-Star. Eine Art Star-Detective, der immer den richtigen Riecher hatte. Nun also sollte er mit Rookie Gill Carrilo den neuen Serienmörder, der später unter dem Namen „Night Stalker“ berühmt wurde, dingfest machen. Carrilo und Salerno raufen sich zusammen, und es entwickelt sich ein Team, wie es besser nicht sein könnte.

 

Wenn man sich die Original-Aufnahmen aus den 80ern anschaut, wird eines bewusst: Ermittler zu sein, war zu diesem Zeitpunkt eine Scheiß-Arbeit! Wenn man sieht, wie viele Menschen es brauchte, um allein eine Hotline einzurichten, um Hinweise auf den Mörder zu erhalten. Die Cops waren auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen. Hinzu kommt, dass Los Angeles nicht gerade die Größe von Paderborn hat. Die Suche nach dem „Night Stalker“ entpuppt sich als eine schier unmögliche Aufgabe.

 

Ich ziehe meinen Hut vor dieser Polizei-Arbeit. Speziell in diesem Fall. Aber wo Licht ist, ist Schatten auch nicht weit. Zwischendurch hätte man Richard Ramirez, den gesuchten Serienkiller, fast gehabt. Warum es dennoch nicht zur Festnahme kommt, ist so banal wie himmelschreiende Dummheit. Einfach skandalös. Aber seht selbst!

 

Bei all dem Entsetzen und Ekel vor Richard Ramirez wird, völlig zurecht, auch erzählt, dass er ein Opfer ist. Ramirez hatte das, was man eine Albtraum-Kindheit nennen kann. Was ihm passierte, wird in der Serie schonungslos erzählt.

 

Die Jagd nach dem „Night-Stalker“ ist atemberaubend. Man fiebert mit jeder Minute mit und hofft für das ungleiche Detective-Pärchen, dass ihnen der Mörder bald ins Netzt geht. In vier Folgen erzählt Netflix von einem der brutalsten Serien-Mörder der Neuzeit. Und das, ohne zu übertreiben. Die Macher halten sich an die Fakten – und haben damit eine informative und spannende Serie geschaffen.

 

„Night Stalker – Auf der Jagd nach einem Serienmörder“
Netflix
FSK: 16

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